Du spinnst ja…”, war der Kommentar von Charles Frau, als er ihr davon erzählt hat, dass er mit uns auf die Furkajoch-Runde gehen wollte. Seine Frau sollte Recht behalten, musste Charles hinterher auch zugeben, “… ja, sie hatte Recht, aber geil wars!!!“. Eine Gratwanderung war es wahrlich. Waren im Vorfeld bereis beachtliche 190km geplant, wurden es endgültig noch 225km, gespickt mit über 2200HM und dem Highlight auf dem Furkajoch (1760m).

Los ging es bereits früh um halb Neun am EADS Parkplatz in Immenstaad. Wohl wissend, dass uns heute ein paar Kilometer erwarten, wählten wir auch nicht den schönsten aber dafür direkten Weg – dem See entlang – nach Bregenz. Um Höhenmeter zu sparen, suchten wir anfangs den flachen Weg dem Rhein entlang Richung Süden, und fanden uns vor allem auf Österreichischer Seite in so mancher ungeteerter Sackgasse wieder. Sollten wir mal wieder den Rheindamm entlang fahren, so wird dies zukünftig hauptsächlich auf Schweizer Seite versucht.

Nach diesen ersten Umwegen ging es über Hohenems auf direktem (hügeligem) Weg nach Rankwil, wo es nach 90km Einrollen in den Bergteil überging. Die Beschreibung des Furkajochs bei quaeldich.de sollte Recht behalten: “7km Human, 7km Erholung, 7km Bockhart“, war dort zu lesen.

Nach 7km humaner Steigung kam wirklich 7km Erholung. Was dann folgt, ist je nach gewählter Übersetzung bockhart oder pure Qual. Mit dem Übergang in den Wald steigt die Strasse kontinuierlich gleichmässig hochprozentig steigend ( 12-14%) in Richtung Passhöhe. Auf ca. 1500m, wenn die Strasse den Wald verlässt und kurz ein bisschen flacher wird, wähnt man sich schon in Sicherheit, doch da hat man auch noch nicht den Schlussanstieg bis zur Passhöhe gesehen. Nach einer flachen Kurve steht man dann vor einer Wand …..

Das erste Mal in diesem Jahr, dass ich mir statt der 39/25 meine alte 3-fach Kurbel zurückgewünscht habe.

Auf Passhöhe gibt’s für uns alle zum Glück die wichtige Stärkung. Gestärkt durch Radler und Gulaschsuppe wird auf der Abfahrt nach Au erstmal das angestaute Laktat aus den Beinen getreten, bevor wir uns Bergab gegen den Wind durchkämpfen. Wir entscheiden uns sehr spontan gegen eine Auffahrt über den Lorenapass ( Joachim hatte beim Erwähnen des Lorenapasses immer so ein hämisches Grinsen auf den Lippen ), und wählten die gemütliche Variante über Andelsbuch nach Alberschwende. Von dort auch zeigte uns Joachim eine sehr schöne Variante.

Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt. Als ob die Jungs keine 170k min den Beinen hätten, wurde in Richtung Immenstaad geheizt. In Bregenz war noch was von “Nicht zu schnell in Richtung Heimat rollen” zu hören, meinen Tacho fand ich dagegen recht häufig bei 35kmh und mehr wieder ( solange es keine Gegenanstiege gab). Nach knapp 11 Stunden (inkl. Pausen) kamen wir dann alle wieder in Immenstaad an, froh darüber, das gute Wetter so lange ausgenutzt zu haben…

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